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Folge der Wirtschaftskrise: Zahlungsmoral in der bergischen Wirtschaft verschlechtert sich weiter

(Quelle: Rheinische Post, 03.06.2025)

Solingen · Das Unternehmen Crefo Factoring Rhein-Wupper hat 280 mittelständische Unternehmen in der Region der Großstädte Solingen, Remscheid und Leverkusen zu Zahlungsverhalten, Forderungsverlusten und Eigenkapital befragt.

Die Stimmung in der Wirtschaft in der Region der Großstädte Solingen, Remscheid und Leverkusen ist nicht sonderlich gut. Zwar ist die Lage etwas besser als im Frühjahr des vergangenen Jahres. „Aber die schlechten Beurteilungen nehmen zu“, sagt Andreas Koch. Er ist Geschäftsführer der Crefo Factoring Rhein-Wupper und hat zusammen mit Kurt Ludwigs jetzt das Zahlungsverhalten im Mittelstand untersucht. Dafür wurden 280 Unternehmen befragt. Zwei Drittel davon befinden sich in Solingen, Remscheid und Leverkusen. Darüber hinaus wurden unter anderem aber auch Firmen aus Wermelskirchen, Hückeswagen, Burscheid und Radevormwald über Zahlungsverhalten, Forderungsverluste, Finanzierung und Eigenkapital befragt.

Bei der Untersuchung wurde festgestellt, dass die Zahlungsmoral der Kunden der mittelständischen Unternehmen mit mehr als zehn, höchstens aber 500 Beschäftigten im Jahresvergleich schlechter ausfällt. Vergaben die Unternehmen im Frühjahr 2024 mit Blick auf die Zahlungsmoral noch eine gute Note (2,3), so sank sie nun auf befriedigend (2,6). „Das Urteil basiert hier einerseits auf den realisierten Zahlungszielen, andererseits auf den Forderungsverlusten“, sagt Andreas Koch. Gleichwohl spielen aber auch die aktuelle Konjunktur und die Marktsituation des Unternehmens eine Rolle. „Es kommt durchaus vor, dass Kunden der Mittelständler das Zahlungsziel von den gebräuchlichen 30 auf 60 Tage erhöhen“, sagt der Geschäftsführer von Crefo Factoring Rhein-Wupper.

Obwohl der Mittelstand in der Region mit der Zahlungsmoral seiner Kunden insgesamt „noch einigermaßen zufrieden“ ist, gestaltet sich der Blick in die verschiedenen Branchen durchaus unterschiedlich. Dienstleister und die Industrie geben der Zahlungsmoral ihrer Kunden derzeit die Note 2,4, der Handel steht mit der Note 2,7 schlechter da, das Schlusslicht bildet in dieser Frage die Bauwirtschaft mit der Durchschnittsnote 2,9. Immerhin: Mittlerweile gehen bei 83,3 Prozent der lokalen Mittelständler die Zahlungen der öffentlichen Hand innerhalb von 30 Tagen ein. Knapp zwei Prozent der Befragten müssen aber länger als drei Monate auf ihr Geld warten.

Bei den Forderungsausfällen haben sich die Werte zwar grundsätzlich stabilisiert. Zudem sind die Forderungsverluste im Bergischen geringer als im Bundesgebiet. So verzeichnen acht von zehn Mittelständlern nur geringe oder gar keine Forderungsverluste. Als „Warnzeichen“ wertet es der Crefo-Geschäftsführer aber, dass der Anteil der Unternehmen mit Forderungsverlusten von über einem Prozent von 3,8 auf jetzt 7,3 Prozent gestiegen ist. Die meisten Forderungsverluste meldet die Baubranche. 16 Prozent der befragten Unternehmen geben ihre Verluste von mehr als einem Prozent des Umsatzes an.

Die Eigenkapitalausstattung der Mittelständler in den drei Großstädten gestaltet sich laut Crefo Factoring ziemlich unterschiedlich. Und hat sich gegenüber dem Vorjahr verschlechtert. So nahm die Zahl der Unternehmen, die lediglich eine Eigenkapitalquote von unter zehn Prozent haben, von 21,1 auf 31,3 Prozent in der Region zu. Andreas Koch sieht hier einen „direkten Zusammenhang“ mit den Forderungsverlusten. „Wer die nicht mit erwirtschafteten Gewinnen abfedern kann, muss Eigenkapital in Anspruch nehmen.“

In Remscheid verfügt die Hälfte der befragten Unternehmen zwar über eine solide Eigenkapital-Ausstattung, nur 14,3 Prozent seien spärlich finanziert und verfügten lediglich über eine Eigenkapitalquote von unter zehn Prozent.

In Leverkusen weisen dagegen 53,8 Prozent eine Eigenkapitalquote von über 30 Prozent aus. Hier haben Firmen aber mit 38,5 Prozent eine ziemlich dünne Eigenkapitaldecke von unter zehn Prozent.

Von den befragten Mittelständlern in Solingen können 36,8 Prozent eine Eigenkapitalquote von über 30 Prozent ausweisen – aber satte 42,1 Prozent der Firmen sind mit unter zehn Prozent der Bilanzsumme nur spärlich finanziert.

Kurt Ludwigs (l.) und Andreas Koch von Crefo-Factoring Rhein-Wupper, Solingen.
(Foto: Uwe Vetter)

Crefo Factoring zahlt Firmen-Rechnungen

Factoring – Wer als Unternehmen auf der sicheren Seite stehen will und seine Rechnungen schnell und im vollen Umfang bezahlt bekommen möchte, der arbeitet mit einem Factoring-Dienstleister zusammen. Die Crefo Factoring Rhein-Wupper mit Sitz in Solingen betreut aktuell 103 Kunden, rund ein Drittel davon sind Mittelständler.

Rechnungen – 2024 für die Factoring-Kunden 89.500 Rechnungen abgewickelt. Das Auftragsvolumen betrug rund 177 Millionen Euro. In den ersten vier Monaten dieses Jahres betrug der Factoring-Umsatz rund 54 Millionen Euro.